Eigentumswohnung kaufen – aber wo?
Die Tatsache, dass Eigentumswohnungen je nach Lage unterschiedliche Preisentwicklungen nehmen, ist unbestreitbar. Eine neue Untersuchung des Berliner Gutachterausschusses (www.gutachterausschuss-berlin.de) zeigt die Preisunterschiede und -trends für die einzelnen Berliner Bezirke sehr gut auf.
Zum 1. Halbjahr 2009 kostete eine Eigentumswohnung in Berlin im Durchschnitt 1.431 Euro/qm und war damit 4 Prozent teurer als Ende 2008. Der höchste Preis für ETW wird in den Bezirken Pankow (1.944 Euro pro qm), Friedrichshain-Kreuzberg (1.797 Euro/qm), Mitte (1.675 Euro/qm) und im traditionellen Eigentumswohnungsbezirk des Berliner Westens in Charlottenburg-Wilmersdorf (1.609 Euro/qm) gezahlt. Am günstigsten sind Eigentumswohnungen in Marzahn-Hellersdorf (636 Euro/qm), Neukölln (828 Euro/qm), Spandau (861 Euro/qm) und Reinickendorf (935 Euro/qm). Im Mittelfeld liegen Treptow-Köpenick (1.225 Euro/qm), Tempelhof-Schöneberg (1.241 Euro/qm), Steglitz-Zehlendorf und Lichtenberg (mit je 1.366 Euro/qm). Die ermittelten Preise sind Durchschnittswerte für die Bezirke. So gibt es in den Bezirken bestimmte Kieze, in denen höhere Preise erzielt werden. In Friedrichshain-Kreuzberg zählen die Friedrichshainer Szenegebiete Simon-Dach-Straße und Boxhagener Platz ebenso zu den Spitzenreitern wie auch der Kreuzberger Kiez rund um Bergmannstraße und Chamissoplatz.
Der Berliner Gutachter-Ausschuss für Grundstückswerte nutzt für seine Erhebung die Zahlen real getätigter Kaufabschlüsse, die von Notaren stammen und an den Gutachterausschuss gemeldet werden müssen. Damit bilden die ermittelten Werte einen perfekten Marktüberblick.
Interessant ist auch die Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen für die einzelnen Bezirke im Vergleich zum 2. Halbjahr 2008 zu betrachten. Hier gibt es teilweise hohe Abweichungen zum Durchschnittswert von 4 Prozent. So konnte in Friedrichshain-Kreuzberg im 1. Halbjahr 2009 die höchste Steigerung in Berlin mit 16,8 Prozent erzielt werden. Gefolgt von Marzahn-Hellersdorf mit 10,3 Prozent. Wer die Gebäudestruktur der beiden Bezirke kennt, wird sich darüber wundern. Aber auch hierfür gibt es eine Erklärung. In Friedrichshain-Kreuzberg ist der Trend zu teureren Wohnungen nachhaltig und seit Jahren erkennbar. In Marzahn-Hellersdorf ist die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen so gering, dass kleine Preisschwankungen schon eine große Auswirkung auf die Prozentangaben haben. Den größten Einbruch bei den Preisen verzeichnen die Bezirke Lichtenberg (-5,7 Prozent) und Reinickendorf (-5,9 Prozent).
Man sagt bei Immobilienkäufen gibt es 3 Dinge, die es zu beachten gilt. Und das sind: Lage, Lage, Lage… Die Erhebung des Gutachterausschusses bestätigt die Richtigkeit dieser Worte.