Gestrim Deutschland AG: “Wir sprechen die Sprache der Mieter”
Ein Interview mit Jörg Lotz, Vorstand der Gestrim Deutschland Immobilien Management AG & Co. KG, neben Röver & Partner Gesellschafter der Gestrim DFMG.
Jörg Lotz ist Diplom- und Bankkaufmann und seit 1990 selbstständig im Immobilienbereich tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Beratung von Investoren und Immobiliengesellschaften. In den letzten Jahren erhielt er verschiedene operationelle Geschäftsführungs- und Aufsichtsratsmandate bei Gesellschaften im frei finanzierten und öffentlich geförderten Wohnungsbau sowie bei gewerblich orientierten Immobilieninvestoren. Er begleitete die Gründung der Gestrim Deutschland 2004 als Geschäftsführer und ist nun Vorstand der Gestrim Deutschland AG.
Herr Lotz, warum engagiert sich eine französische Gesellschaft im deutschen Immobilienmarkt?
J. Lotz: Nach dem Erfolg im französischen Markt mit mehr als einer Million Einheiten in der Verwaltung expandierte die Firmengruppe international. Mit vielen Verwaltern, die oft nicht das gesamte Leistungsspektrum anbieten können, ist der Markt in Deutschland ist eher kleinteilig. Hier gab es keine Hausverwaltung in der Größenordnung. Wir sind durch übersichtliche Strukturen, erfahrenes und qualifiziertes Personal und klare Zuständigkeiten der Objektverantwortlichen in der Lage, ein zukunftsorientiertes Immobilienmanagement anzubieten. Neben dem Schwerpunkt in Deutschland hat die Gruppe weitere Gesellschaften in Belgien, Polen, Italien und in der Schweiz.
Was bedeutet das denn für den Anleger eines geschlossenen Immobilienfonds? Wodurch unterscheidet sich die Gestrim von anderen Hausverwaltungen?
J. Lotz: Die Basisarbeit sollte bei jedem Immobilienverwalter gleich sein. Die Mietbuchhaltung und die Betreuung der Mieter und Vertragsangelegenheiten sind natürlich eine absolute Pflicht, die jeder zu erfüllen hat. Darüber hinaus verstehen wir uns als Immobilienmanager. Wir setzen uns mit Fragen zur Optimierung der Immobilie auseinander: Wie sollte sich die Immobilie zukünftig entwickeln? Wie können wir die Werte sichern und die Einnahmen steigern? Deshalb haben wir spezielle Management Tools entwickelt wie beispielsweise qualifizierte Managementreports oder Kennzahlen, die wir permanent prüfen. Leerstand, Mieteinnahmen, Instandhaltungsbedarf und Ausgabencontrolling gehören dazu. Wie haben sich diese Werte entwickelt und wie sieht die zukünftige Entwicklung aus? Ein Anleger einer vermieteten Eigentumswohnung wird nicht 10.000 EUR oder mehr für eine Modernisierung investieren, wenn nur eine Mietsteigerung von 0,25 Cent pro Quadratmeter realistisch ist. Die Relation zwischen Investition und Rendite muss stimmen. Deshalb legen wir größten Wert darauf, die Eigentümer oder Beiräte in die Planung und Entwicklung ihrer Immobilieninvestition zu integrieren. In kurzen und regelmäßigen Abständen setzten wir uns zusammen um die Plan- und Ist-Daten zu vergleichen und zu analysieren. Des Weiteren werden die Größen für die nächste Planungsperiode entwickelt, Ziele festgelegt sowie Schritte und Maßnahmen für die Erreichung der Ziele bestimmt. Es geht also nicht darum, 90 Prozent der Zeit mit der Bewältigung der Vergangenheit zu verbringen, sondern Maßnahmen für die Zukunft zu entwickeln, auf Basis der Kennzahlen und Prognosen.
Herr Lotz, die Gestrim hat sich zum Ziel gesetzt, der größte, deutschlandweit aufgestellte Immobiliendienstleister im Bereich der Hausverwaltung und des Managements zu werden. Welche Vorteile hat ein Immobilieneigentümer, wenn er von so einer großen Gesellschaft betreut wird?
J. Lotz: Zunächst einmal merkt er die Größe nicht. Der Objektmanager ist für das Objekt verantwortlich. Er ist der qualifizierte Ansprechpartner und steuert alle mit der Verwaltung und der Objektentwicklung verbundenen Aufgaben. Das gewährleistet zum einen eine vollständige Transparenz zwischen dem Eigentümer und uns, andererseits haben wir dadurch auch intern ein sehr effektives Controllinginstrument. Ein Beispiel hierfür ist die Vermietung. Unsere eigene Vermietungsabteilung kennt das Objekt und hat ein größeres Interesse, die Wohnung so zu vermieten, dass langfristig eine gute Mieterstruktur aufgebaut wird. Sollte der Leerstand aber größer als fünf Prozent sein, schalten wir zusätzliche Makler ein.
Aufgrund unserer Größe entstehen aber natürlich Vorteile. Beispielsweise unterhalten wir eigene Abteilungen für die Bereiche Recht, Mahnwesen, Vermietung und Verkauf, Bilanzbuchhaltung sowie Wertgutachten und beschäftigen eigene Techniker und Architekten. Diese bilden eine Art „Brain Pool“, dessen Know-how unseren Mitarbeitern jederzeit zur Verfügung steht. Der Vorteil der Gestrim Firmengruppe ist ganz klar, dass wir alle die gleiche Sprache sprechen und das gleiche Ziel verfolgen. Hausverwalter sind einfach näher am Mieter als ein Fondsmanager. Zudem wollen wir langfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Wir und auch unser Mitgesellschafter stehen für Qualität, Transparenz und Zuverlässigkeit. Wir bieten professionelle Leistungen zu einem fairen Preis-/Leistungsverhältnis.
Zur Gestrim-Lamy-Gruppe:
Die Gestrim-Lamy-Gruppe ist europaweit tätig und betreut im kaufmännischen Immobilienmanagement rund 1.000.000 Einheiten in mehr als 280 Büros. Mehrheitsgesellschafter ist die französischen Bankgesellschaft CAISSE D ÈPARGNE, die die Finanzierung der weiteren Expansion ermöglicht. Mittelfristig wird die Firmengruppe wie schon in Frankreich auch in Deutschland in allen mittelgroßen Städten vertreten sein.
In Deutschland ist die Gruppe seit 2004 tätig und verwaltet und managed mit 170 Mitarbeitern über 34.000 Einheiten, 200.000 Quadratmeter Gewebefläche sowie 220 geschlossene Immobilienfonds. Sie ist vollständig aufgestellt und bietet ihren Kunden das komplette kaufmännische, technische und infrastrukturelle Management für Wohnanlagen, Gewerbeparks, Büro- und Geschäftshäuser sowie Shopping- und Logistikcenter. Zu den Geschäftsbereichen zählen die klassische Verwaltung von Wohneigentum, die Mietverwaltung für Wohnungen, das Fonds- und Assetmanagement, der Verkauf und die Vermietung sowie Beratung.