Wohnungsmarktbarometer für Berlin

Das Brandenburg Tor in Berlin

Seit mehreren Jahren gibt die Investitionsbank Berlin (IBB) einen Bericht zur Lage am Berliner Wohnungsmarkt heraus. Grundlage der Untersuchung ist die Befragung von in der Wohnungswirtschaft tätigen Unternehmen, Unternehmen der Kreditwirtschaft, Sachverständigen, Verwaltung und Politik. Die Befragten geben mittels eines strukturierten Fragebogens ihre Einschätzung zu Angebot und Nachfrage ab.

Bei der Einschätzung der Lage am Wohnungsmarkt hat sich der Trend umgekehrt. Die Erwartungen der Marktteilnehmer sind insgesamt zurückgegangen. Der Rückgang betrifft vor allem die Reihenhäuser. Positive Erwartungen gibt es derzeit nur für die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf und Steglitz. Die größten Rückgänge sind in Neukölln und Marzahn-Hellersdorf zu erwarten.

Auch bei den Einfamilienhäusern ist die Lage angespannt. Die Experten erwarten hier in den nächsten Jahren einen Rückgang bis auf das Niveau von 2005, insbesondere in Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Spandau. Positiv von diesem Trend heben sich die Bezirke Pankow und Reinickendorf ab.

Geringe Rückgänge sind bei den Eigentumswohnungen zu erkennen, wobei tendenzielle eine entspannende Marktlage erwartet wird, da die Nachfrage stabil ist. Voll im Trend liegen weiterhin die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. Für Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Spandau und Treptow-Köpenick wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet.

Beim Mietwohnungsmarkt geht die Einschätzung der Marktlage für die einzelnen Marktsegmente deutlich auseinander. Insbesondere im unteren Preissegment ist keine Entspannung in Sicht. Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum wird auch in den nächsten Jahren verstärkt zunehmen, besonders in den Bezirken Pankow, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Die niedrigsten Zuwächse werden in Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg erwartet.

Schon seit vielen Jahren erweist sich das Marktsegment der preisgebundenen Wohnungen als äußerst stabil. Dies bleibt auch bei der diesjährigen Einschätzung der aktuellen Marktlage und beim Ausblick so. Bezirke mit geringen Sozialwohnungsbeständen wie Neukölln und Pankow weisen sogar überdurchschnittliche Werte auf. Aber auch für Friedrichshain-Kreuzberg wir ein Nachfragezuwachs erwartet. Einzig die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick liegen leicht unter dem Durchschnitt.

Im mittleren Preissegment weisen alle Bezirke Zuwächse auf. Der Teilmarkt befindet sich auf einem relativ ausgewogenem Niveau. Besonders in den Bezirken Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg erwarten die Marktteilnehmer eine wachsende Nachfrage. Tempelhof-Schöneberg und Spandau werden hingegen nur niedrige Zuwächse konstatiert.

Das obere Preissegment am Mietwohnungsmarkt wird als stabil eingeschätzt. Angebot und Nachfrage stehen hier in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. In den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow und Friedrichshain werden eine erhöhte Nachfrage und in Neukölln und Spandau eine verringerte Nachfrage erwartet.

Zusammenfassend stellt der IBB-Bericht fest, dass sich die Eigentumsmärkte scheinbar konsolidieren und der Trend zur Mietwohnung im mittleren und unteren Preissegment anhält. Die Untersuchung, die keine Aussage über das Preisniveau der einzelnen Wohnungen macht, zeigt aber, dass im Eigentumsmarkt die aktuelle Nachfrage jeweils auch ein entsprechendes Angebot findet und umgekehrt. Wenn Sie mehr über die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel: Eigentumswohnung kaufen – aber wo?
Das IBB Wohnungsmarktbarometer fragt jeweils auch Trend und speziellen Bedarf auf der Nachfrageseite ab. Wie im Vorjahr stehen weiterhin seniorengerechte Wohnungen, Mietwohnungen im sanierten Altbau, kleine Single-Mietwohnungen, große Mietwohnungen und Eigentumswohnungen im sanierten Altbau im Mittelpunkt der Nachfrage-Entwicklung. Geringer Bedarf besteht hingegen bei Doppelhaushälften, Reihenhäusern sowie Dachgeschosswohnungen und Penthouses.

Da der Wohnungsneubau in Berlin sich auf geringem Niveau befindet, ist die Anpassung der bestehenden Wohnungen an den Bedarf einer der wichtigsten Punkte für Eigentümer und Vermieter. Auch hier zeigt das Wohnungsmarktbarometer Trends hinsichtlich Wohnungsausstattung, Wohnumfeld und Service auf. Auf den ersten fünf Plätzen finden sich das neue Bad, der Anbau von Balkonen und Dachterrassen, die Wärmedämmung an Wänden und Dach, die Erneuerung von Fenstern und der barrierefreie bzw. seniorengerechte Umbau von Wohnungen.

Den gesamten Report im Überblick (pdf): Wohnungsmarktreport der Investitionsbank Berlin